| Tragfähigkeit, Gebrauchstauglichkeit
und Dauerhaftigkeit von Eisenbahnbrücken sind keine konstante
Größe sondern nehmen mit der Lebensdauer ab. Die Gewährleistung
einer ausreichend hohen Zuverlässigkeit ist jedoch für
einen sicheren Bahnbetrieb von entscheidender Bedeutung. Aus diesem
Grund werden entsprechend den geltenden Vorschriften visuelle
und messtechnische Prüfungen des Zustandes in festgelegten
Zeitintervallen vorgenommen. Das Problem dieser Technologien ist,
dass einerseits eine subjektive Beurteilung erfolgt und andererseits
kein Bezug zwischen Messungen und geltenden Normen und Regelwerken
hergestellt werden kann. Durch die Entwicklungen der Messtechnik
sowie der Computermodelle einerseits und andererseits durch die
Randbedingungen welche durch den neuen Eurocode 1 vorgegeben werden,
konnte eine neue Idee der Nachweisführung und Sicherheitsbestimmung
entwickelt werden. Dabei handelt es sich um die Bestimmung von
Zuverlässigkeitswerten auf Basis von Rechenmodellen welche
an das tatsächliche Tragverhalten durch messtechnische Untersuchungen
kalibriert werden. Auf diese Weise kann zu jedem Zeitpunkt des
Lebenszyklus ein genauer Zuverlässigkeitsindex für die
Brücke bestimmt und mit den Forderungen des Eurocodes abgeglichen
werden. Damit ist eine zielgerichtete, zustandsabhängige
Erhaltungsplanung und Bauwerksmanagement möglich.
Die Ausgaben im Bauwesen verlagern sich künftig zunehmend
in Richtung Erhaltungs-, Instandsetzungs- und Sanierungsaufgaben
da Neubauaktivitäten weitgehend abgeschlossen werden. Ziel
ist es dabei, den Bauwerksbestand mit dem geringst möglichen
Risiko lange in Betrieb zu halten. Der Bedarf an genauen Methoden
zur Zustandsbeurteilung wird sich daher in Zukunft deutlich erhöhen.
Durch diese neue Technologie kann ein maßgeblicher Entwicklungsschritt
im Bereich der Bauwerksuntersuchung vollzogen werden, da mehrere
Technologien zu einem gesamtheitlichen Ansatz zusammengeführt
werden. Durch diesen umfassenden Zugang kann bei relativ geringem
Einsatz an Untersuchungskosten ein sehr hoher Nutzen (Prioritätenreihung)
der Tragwerke erzielt werden.
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